Hey,
ich glaube, so einen warmen Tag wie heute, habe ich hier noch nie erlebt. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Nebenan in der Küche läuft die Einwürfelmaschine auf Hochtouren.
Kennst du das, wenn es auch im Kopf zu heiß wird und Eiswürfel für Kühlung und Klarheit sorgen sollten? Wenn du mit etwas feststeckst, nicht weißt, wie und wo du weitermachen sollst und dann einfach gar nichts tust? So wie auch heute bei dem Wetter einfach nichts Anderes geht, als nichts zu tun.
Draußen donnert es jetzt seit ein paar Minuten. Noch nicht direkt vor meinem Fenster, aber immerhin kann ich das Gewitter schon hören und riechen. Und auch der Wind bläst bereits zum Fenster herein. So ein reinigendes Gewitter kann auch dem Kopf, und dem Herzen ganz gut tun. Einfach mal alles durchpusten und neu ordnen.
Aber woher zaubern wir ein Gewitter, wenn Dinge mal gar nicht so laufen, wie wir es gerne hätten?
Ich glaube, es kommt von alleine – allerdings erfordert das Warten etwas Geduld und den Glauben daran, dass der eigene Flow das schon regeln wird. Wir dürfen das Gewitter nur nicht übersehen wenn es da ist, damit wir nicht in einer Schlechtwetter-Schleife hängen bleiben. Aber auch das kann passieren und irgendwann sind wir so weit, dass wir genauer ins Unwetter sehen wollen. Wenn es dann donnert und blitzt im Herzen und im Kopf, können wir loslegen, zu sortieren und nachzuschauen, was denn da wirklich gerade los ist.
Was also ist bei mir gerade los
Ich stecke fest. Punkt. Ich komme nicht so vorwärts, wie ich es wünsche und geplant habe. Meine Bücher liegen brach, mein Online-Kurs liegt brach, die Newsletter-Ideen liegen brach. Da ist Flaute im Kopf. Oder Überhitzung. Oder der Wald mit all den Bäumen.
Ich bin gut darin, Pläne zu schmieden. Tolle Pläne, wie all die geplanten Aktivitäten und das Leben eigentlich supergut funktionieren und miteinander harmonieren sollten. Woop Woop! Mein Kopf kann das und auch mein Herz klatscht Beifall, so ein bisschen halt.
Das Dumme ist nur, dass ich weiß, dass ich auf mein Herz hören muss. Mein Herz gewinnt immer, denn nur dann bin ich so richtig glücklich und Einhorn-relaxed.
Wenn also Herz und Planer-und-Erwartungen-Erfüll-Kopf aufeinander prallen, dann wird es ziemlich heiß und trüb bis endlich das Gewitter mit der Abkühlung kommt. Denn eigentlich müssten die beiden gar nicht aufeinander prallen. Mein Kopf ist eine perfekte Unterstützerin, denn mein Kopf kann super gut strukturieren und alles Nötige organisieren, was ich brauche.
Es gibt auch Zeiten, in denen mein Kopf die Entscheidung trifft. Nämlich dann, wenn es im Moment keinen anderen Weg gibt und dieser Weg gegangen werden muss. Auch mein Herz sagt in diesen Augenblicken, dass es gut ist, diesen Weg zu gehen. Es unterstützt meinen Kopf dabei, auf Spur zu bleiben und mich nicht zu überfordern, und zeigt mir auf, wie ich auch auf diesem Weg zufrieden sein kann. Das sind dann meist Situationen, die von außen getrieben sind und nicht alleine aus mir heraus.
Aber letztendlich darf und muss mein Herz für den Großteil meiner Entscheidungen das Sagen haben. Ziemlich blöd, wenn ich doch endlich mal richtig viel Vernünftiges machen will. Mensch.
Regeln vs. geliebte Freiheit
Seit ich auf meinem Schreib-Retreat war, auf dem ich Schreib-Techniken kennengelernt und erfahren habe, dass es schon wichtig ist, sich an ein paar Grundregeln zu halten, habe ich nicht mehr geschrieben. Seit ich versuche, perfekter zu werden, komme ich nicht mehr voran. Ich fand die Tipps gut und ich verstehe auch besser, worauf es bei Geschichten ankommt. Doch worauf es vor allem ankommt, ist, dass ich Spaß dabei habe, ohne mich zu doll zu verkopfen. Wie wäre es denn, erst einmal mit dem Herzen loszulegen und spääääääter dann den Kopf zu Hilfe zu holen, um alles gut zu strukturieren und Wichtiges zu ergänzen? Vor zwei Monaten habe ich außerdem an einem Seminar teilgenommen, um zu lernen, worauf es bei Exposés ankommt. Das sind diese Zusammenfassungen eines Buch-Projekts, mit denen sich Autor:innen bei Verlagen bewerben. Ich habe immer noch fest vor, mein Magentabuch bei einem Verlag einzureichen. Auch wenn mir die Trainerin sagte, dass Bücher, die bereits im Selbstverlag veröffentlicht wurden, keine Chance haben (danke für die Motivation). Pffff. Als ob ich mich davon abhalten lassen würde… Aber auch hier, und vor allem hier, gibt es Regeln, die es zu befolgen gilt. Und das is ja so gar nicht meins, bei Dingen, die ich aus Lust und Laune und aus Leidenschaft mache. Aber ich sehe ja ein, dass es wohl notwendig ist. Toll finde ich es trotzdem noch nicht. Auf jeden Falls habe ich am Exposé auch nicht wieder gearbeitet. Zudem brauche ich Abwechslung. Ich hatte mir so einen tollen Plan gemacht, wie ich fokussiert an meinem Online-Kurs arbeiten und ihn fertigstellen kann, über Wochen hinweg. Aber ich kann doch gar nicht Monatelang an einem Thema arbeiten. So wie ich bei meinen Orten, an denen ich arbeite, Abwechslung und ganz viel Freiheit brauche, brauche ich sie auch bei der Arbeit selbst. Ich kann und will mich nicht festlegen.
Nun, wie geht’s also weiter?
Ich war eben kurz davor zu schreiben: „Tschacka, ich habe die Lösung. Ich lege den Online-Kurs erst einmal beiseite und arbeite an meinem Buchprojekt weiter. Alles andere lasse ich liegen.“ Aber Moment, schon wieder ein Plan mit Regeln, und schon wieder so ein einseitiger Plan ohne Abwechslung? Dieses Jahr hat mir meine Planung nicht den persönlichen Erfolg gebracht, den ich mir erhofft hatte. Dieses Jahr ist irgendwie so ganz anders gelaufen. Dieses Jahr ist einfach anstrengend, ob ich das nun möchte oder nicht, ich muss es mir einfach eingestehen. Während ich diese Worte schreibe, spüre ich, wie mein Herz immer aufgeregter wird. Meine Gedanken scheinen also in die richtige Richtung zu gehen. Hmm, wie wäre es, wenn ich einfach jeden Tag neu entscheide, was ich denn nun so tue? Sei es Nichts, sei es am Buch weiterarbeiten, sei es den Online-Kurs fertigzustellen oder sei vielleicht zu lesen? Ich liebe es, mir Ziele zu setzen und meinen Weg zu diesen Zielen zu planen. Bisher hat das auch gut funktioniert. Aber für dieses Jahr scheine ich meine Ziele anders erreichen zu müssen oder zu können als bisher. Die ursprüngliche Motivation, die hinter den Zielen steckt, scheint nicht die passende zu sein. Meine Ansprüche an mich selbst blockieren mich. Dieses Jahr scheint ein Jahr zu sein, in dem ich einfach mal einem Weg folgen muss und mit Geduld abwarten darf, wohin er mich führt. Ich trete einen Schritt zurück, beobachte die Welt und nehme mir das, was sie mir zu Füßen legt. Mal schauen, was da so über meinen Weg hüpfen wird. Ein knallbunter Osterhase wäre ganz lustig. Ich werde berichten.
Jetzt lege ich noch was vor deine Füße – einen Buch-Tipp
Ich gebe zu, ich habe erst, Moment, ähm, 17 Seiten des Buchs gelesen, aber es ist so erfrischend und leicht, die Menschen sind so sympathisch und ich kann mir richtig vorstellen, dort zu sein, um mit den Hauptdarsteller:innen zu klönen. Deshalb muss ich dir das Buch einfach ans Herz legen.

Insel Krimi-Club. Die tote Tante.
Von Anke Petersen
(Hahahaha, nun gut, der Titel zeugt nicht von Leichtigkeit, aber nun ja, es is wie es is.)
Aus dem Klappentext:
Ende des 19. Jahrhunderts auf Amrum: Jeden Mittwochabend treffen sich drei nicht mehr ganz jugendliche Damen in der Bibliothek des Wittdüner Kurhauses, um ihren liebsten Hobbys zu frönen: dem Lesen von Kriminalromanen, ausgiebigem Klönen und dem Lösen von Mordfällen.

Und wer es immer noch nicht gelesen hat, der sollte jetzt mal dringend mein Magentabuch in die Hand nehmen, denn Leserstimmen sagen folgendes – ich würde sagen, genau richtig bei dem Wetter:

In diesem Sinne, rocke dein Leben & stay hydrated
Deine Isa
PS: Entschuldige, falls dieses Mal ein paar mehr Rechtschreib- und Grammatikfehler enthalten sind. Aber es ist einfach zu warm, um den Text 13612787 Mal Korrektur zu lesen.
